Einheimische Superfoods und essbare Wildpflanzen – Teil 1 – Vogelbeere, Schlehe, Sanddorn und Hagebutte

Während man heutzutage vermehrt überregionale Superfoods, wie Spirulina, Chlorella, Moringa oder Maca kennt und zu schätzen weiß, gerät das Wissen um die heimischen essbaren Wildpflanzen immer mehr in Vergessenheit.
Dabei bietet uns gerade die Natur vor der Haustür oft einen reichhaltigen Gabenschatz an genießbaren, leckeren und nährstoffreichen Pflanzen, quasi einheimische Superfoods. Oft hält uns auch falsches Wissen über die Genießbarkeit von Pflanzen davon ab, diese zu ernten.
Dies liegt natürlich auch daran, dass die Ernte und Verarbeitung oft mit viel Aufwand verbunden ist.

Wir stellen Ihnen hier einige einheimische Superfoods vor, die sie leicht selbst sammeln und verarbeiten können.
Natürlich ist dies keine vollständige Liste und Sie können uns gerne Ihre Anregungen und Ihr Wissen zu weiteren Pflanzen mitteilen. Schreiben Sie uns einfach an. Wir freuen uns über jede Zuschrift.

In unserem Onlineshop finden Sie diverse einheimische Superfoods:

Wildes Heidelbeerpulver

Wildes Heidelbeerpulver

Kandierte Stachelbeeren

Kandierte Stachelbeeren

Bio Grünkohl-Pulver

Bio Grünkohl-Pulver

Peda-Cola mit Eberraute

Peda-Cola mit Eberraute


Wir beginnen mit meinem persönlichem Favorit, dem Baum des Jahres 1997, dem Vogelbeerbaum oder der Eberesche:

Die Eberesche - heimisches Urgewächs und Superfood für die kalte Jahreszeit.

Die Eberesche gehört zur Familie der Rosengewächse und wie der Name schon nahe legt, ist die Vogelbeere bei Vögeln überaus beliebt. Allerdings wird sie in der Regel erst nach dem ersten Frost gefressen, da sie dann weich ist und bereits Bitterstoffe abgebaut hat. Die Vogelbeere steht vielen Vögeln über die kalte Jahreszeit als reichhaltige Nahrungsquelle zur Verfügung. Unter anderen steht sie bei Amseln, Drosseln, Rotkehlchen und Staren hoch im Kurs.
Dieser Umstand wurde den Vögeln in früheren Zeiten leider auch zum Verhängnis, da die Beeren oft auch als Köder eingesetzt wurden.

  • Ebereschen-Beeren - Superfood für eine gesunde Ernährung:

Bei Menschen ist die Vogelbeere eher verschrienen, da sie der Ansicht sind, dass die Beeren giftig wären. Dies entspricht aber tatsächlich nicht der Realität. Die Beeren der Eberesche sind in der Tat ungiftig. Da sie aber eine große Menge an Gerb- und Bitterstoffen und auch Parasorbinsäure enthalten, werden Sie von einigen Menschen im rohen Zustand nicht gut vertragen. Hierbei kann die Verarbeitung Abhilfe schaffen, denn die Parasorbinsäure wird durch Erhitzen in die ungefährliche Sorbinsäure umgewandelt und man kann vom ebenfalls reichlich vorhandenen Vitamin C und den Polyphenolen, die als Antioxidantien wirken, profitieren.
Untersuchungen haben festgestellt, dass Vogelbeeren oft denselben oder sogar einen höheren Gehalt an Polyphenolen wie Heidelbeeren aufweisen.
Vogelbeeren sind also in der Tat ein echtes wildes und heimisches Superfood.

Vogelbeerbaum
Vogelbeerbaum über Bienenstock
gefrorene Vogelbeeren
Gefrorene Vogelbeeren

Die Vogelbeeren lassen sich, von Genießern des herben Geschmacks, zu köstlichen Chutneys oder Marmeladen verarbeiten. Traditionell wurden die Beeren auch verwendet um Liköre anzusetzen.

Hierzu ist es zunächst nötig die vollreifen Beeren zu ernten. Man erkennt eine reife Frucht an ihrer tiefroten Farbe, die sie in der Regel ab August bis September erreicht.

Nach der Ernte sollte man die Früchte zunächst vernünftig aussortieren und reinigen, um sie danach für 2-3 Tage ins Gefrierfach zu geben.
Es ist wichtig das die Reinigung vorab erfolgt, denn nach dem Einfrieren sind die Früchte zu weich und es macht wirklich keinen Spaß mehr sie zu putzen.

Nach dem Einfrieren kann endlich die Verarbeitung beginnen. Hierzu haben wir bereits ein Rezept für ein Vogelbeeren-Chutney auf unserer Rezepte Seite hinterlegt. Wir wünschen viel Spaß beim nachkochen. :)


gefrorene Vogelbeeren

Vogelbeerchutney im Glas

Chutney im Glas


Die Eberesche fand früher allerdings noch eine eine weitaus größere Nutzung.

  • Die Eberesche - Historische Fakten und Mythen:

Einerseits war die Eberesche sehr beliebt, da ihr, wenn sie nahe einer Siedlung wuchs, Schutzeigenschaften nachgesagt wurden. In diesem Fall wurde penibel darauf geachtet den Baum nicht zu verletzen.

Da auch die Rinde des Baums einen hohen Gehalt an Gerbstoffen aufweist, wurde sie oft bei Gerbprozessen genutzt.
Das Holz wiederum war aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit sehr beliebt für Schnitzereien, um Wanderstöcke zu fertigen und für die Herstellung für Werkzeuggriffen und Spindeln für Spinnräder.

Um die Eberesche ranken sich von Alters her einige Mythen, wie dies bei vielen Wildpflanzen oft der Fall ist.
In der nordischen Mythologie wurde die erste Frau aus einer Eberesche erschaffen und der Donnergott Thor konnte sich mit Hilfe einer Eberesche ans Ufer retten, als er von einem reißenden Fluß weggespült wurde.

Übrigens, in Lettland glaubt man, dass man sich mit den Ästen von Ebereschen vor Hexen schützen und dass ein Ast von der Eberesche, über die Tür gehängt, das Haus vor bösen Geistern schützen kann. Das weiss jeder Lette schon von Kindheit an.

Heutzutage ist die Eberesche trotz ihrer anpassungsfähigen Eigenschaften als Pionierpflanze, aufgrund der Einschränkung und Veränderung ihrer Lebensräume, leider vom Aussterben bedroht.

Weitere ausführliche Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unter folgenden Links:

Die Eberesche - allgemeine Infos
Vom Aussterben bedrohte Bäume
Bäume vom Aussterben bedroht


Wir bleiben bei den Rosengewächsen und widmen uns dem Schlehdorn:

Der Schlehdorn - ein dorniges Superfood mit viel Charakter

Die Schlehe dürfte den meisten aufgrund ihrer weiten Verbreitung wohlbekannt sein.

Schlehdorn-Blüte
Schlehdorn-Blüte
Schlehdorn-Beeren
Schlehdorn-Beeren

Sie ist oft an Weg- und Feldrändern und auf Wiesen in der prallen Sonne zu finden, wo sie Vögeln und kleineren Säugetieren aufgrund ihres dichten Wuchses und der ausgiebigen Bedornung sicheren Unterschlupf bietet.
Diese tragen auch zur Verbreitung der Schlehe bei, denn ihre Früchte sind bei Vögeln, wie Neuntöter, Sperbergrasmücke oder der Nachtigall gleichermaßen beliebt. Auch Säugetiere, wie Igel, Feldhase oder auch der Fuchs, lassen sich im Spätherbst oder Winter die reifen Schlehenfrüchte munden und tragen somit die Samen der Schlehe weiter.

Aber auch für früh im Jahr aktive Insekten, wie die Erdhummel, ist die Schlehe von großer Bedeutung, da sie zu den Frühblühern gehört und somit eine der ersten Nahrungsquellen darstellt.

Hummeln sind äußert kälteresistent, da in ihrem Blutkreislauf eine Art Frostschutzmittel enthalten ist, welches verhindert, dass sie während ihrer Winterruhe erfrieren. Aufgrund dessen und aufgrund ihres Pelzes sind sie in der Lage schon deutlich vor anderen Insekten aktiv zu werden, teilweise sogar schon, wenn die Erde noch schneebedeckt ist.

Diese sehr gelungene Arte-Doku liefert zu Hummeln und deren Lebensweise ausführliche Informationen:

  • Der Schlehdorn - so nützlich und doch gefürchtet

Laut alten keltischen Sagen wohnen aber nicht nur Vögel, Insekten und andere Tiere im Schlehenbusch, sondern auch ein kleines Feenvolk, das den Schlehenbusch beschützt und Menschen gegenüber wenig freundlich eingestellt ist.
Es ranken sich aber auch allerlei andere Mythen aus alter Zeit um die Schlehenbüsche.
So wurde die Schlehe von alters her mit den sogenannten Cailleach assoziiert, welche im irischen Volksglauben vor allem als Göttinnen oder Feen des Sturms und des Winters gesehen wurden.

Hexen wurde nachgesagt, dass sie Menschen mit Zauberstäben aus Schlehenholz verwunschen hätten.
Dem Strauch wurden also eher dunkle und unheimliche Eigenschaften nachgesagt. Dies sicherlich auch aufgrund seiner langen Dornen und des undurchdringlichen Wuchses.

Seine Wuchsform und sein hartes schweres Holz waren auch der Grund, weshalb das Holz des Schlehenstrauchs außerordentlich beliebt war für die irischen Shillelaghs, Wanderstöcke aus Schlehenholz, die gleichzeitig zur Selbstverteidigung genutzt wurden. Aufgrund der Härte des Holzes, waren sie eine nicht zu unterschätzende Waffe und wurden auch in traditionellen irischen Stockkämpfen eingesetzt.

Weitere spannende Infos zur Schlehe finden Sie in nachfolgendem Video:


Heutzutage sind die Schlehen doch eher wegen eher ihrer Früchte bekannt, die roh genossen für die meisten Menschen doch eher gewöhnungsbedürftig sein dürften, da sie sehr stark adstringierend sind und erst im vollreifen Zustand den stark sauren Geschmack verlieren.

So sollte man erst einmal nicht vermuten, welches geschmackliche Potential in den Beeren steckt. Dieses entfaltet sich erst im verarbeiteten Zustand.

  • Die Schlehe - Ein leckeres Superfood für die Küche:

Man kann die Schlehenbeeren wunderbar zu Marmelade verarbeiten. Während des Kochens verändert sich der Geschmack erst einmal gar nicht so sehr. Doch man sollte sich nicht verunsichern lassen, denn ab dem Zeitpunkt, wo man den Gelierzucker dazu gibt, tritt das volle Aroma der Marmelade hervor und erinnert stark an vollreife Pflaumen.

Dies ist auch nicht verwunderlich, denn die Schlehe ist der wilde Vorfahr unserer heutigen Kultur-Plaumen und Zwetschgen und wahrscheinlich durch Kreuzung mit der ebenfalls wilden Kirschpflaume hervorgegangen.

Das Rezept zu unserer guten Schlehenmarmelade finden Sie selbstverständlich auch in unserem Rezepte-Bereich.

Schlehenbeeren sind aber nicht nur eine leckere Abwechslung sondern durchaus auch gesundheitlich nicht zu verachten. So haben auch hier Untersuchungen den hohen Gehalt an Flavonoiden und Anthocyanen festgestellt und machen auch die Schlehe zu einem wilden Europäischen Superfood.

Weitere ausführliche Informationen über die Schlehe finden Sie unter folgendem > Link.

Wie die Schlehe eignet sich auch der Sanddorn hervorragend zur Verarbeitung.

Womit wir schon beim nächsten heimischen Superfood wären, dem Sanddorn.

Der Sanddorn - ein golden strahlendes heimisches Superfood

Der Sanddorn, lat. Hippophae rhamnoides, ist ein Ölweidengewächs und eine ganz besondere Pflanze, denn er ist noch deutlich widerstandsfähiger als die Schlehe und hat die Fähigkeit auch unter den widrigsten Umständen zu wachsen und seine Umgebung zu transformieren.

Weitere Infos dazu gibt es hier:

  • Bodenaufbereitung mit Sanddorn - ein nützlicher Überlebenskünstler:

Der Sanddorn ist in der Lage extreme Temperaturen bis unter -40 Grad Celsius und bis über +40 Grad Celsius problemlos zu überstehen und kommt auch mit extremen Temperaturschwankungen und extremer Sonnenstrahlung zurecht. Trockene und salzige Böden können ihm nichts anhaben und auch der salzigen Meeresluft und starken Stürmen trotzt er.

Somit ist es kein Wunder, dass man den Sanddorn oft in unwirtlichen Gegenden wiederfindet, die anderen Pflanzen schon längst keine Wachstumschancen mehr bieten, wie zum Beispiel Küsten- und Wüstenregionen, Geröllhalden und anderen Trockengebieten, bis zu einer Höhe von 5000m.

Wie die Eberesche ist der Sanddorn eine Pionierpflanze und hat die Fähigkeit den Boden für andere Pflanzen zu bereiten.

Aufgrund ihres extensiven Wurzelwachstums, welches innerhalb von 5 Jahren bis zu 3m tief und 10m weit sein kann, beginnt der Sanddorn schon direkt nach seinem Anwuchs den Boden in seiner Umgebung zu festigen, die Wasserdurchlässigkeit des Bodens zu erhöhen und dient somit zugleich als Wasserspeicher.

Mit zunehmendem Wachstum bildet der Sanddorn eine durchaus stattliche und ausladende Krone, was wiederum bewirkt, dass niedergehender Starkregen nicht in der Lage ist, ungehindert auf den Boden aufzutreffen und dort die oberen Schichten wegzuspülen, Wind verlangsamt wird und Sand nicht ungehindert weggeweht werden kann.
Somit beginnt der Sanddorn vom ersten Moment seines Anwachsens der Bodenerosion entgegenzuwirken.

Doch damit nicht genug, denn der Sanddorn hat noch eine weitere besondere Eigenschaft.
Die Sanddornpflanze ist in der Lage ein Symbiose mit speziellen Bakterien, den Frankia alni, welche zu den Stickstofffixierern zählen, einzugehen und somit Stickstoff im Boden zu binden und anzureichern und durch ihren Laubfall eine Humusschicht zu bilden. Der Sanddorn hilft somit anderen anspruchsvolleren Pflanzen sich in seiner Umgebung anzusiedeln, was wiederum zur Folge hat, dass die Bodenerosion gestoppt wird.

Meise auf Sanddorn
Meise auf Sanddorn
Sanddorn-Beeren
Sanddorn-Beeren mit Morgentau

Aufgrund dieser Besonderheiten findet der Sanddorn mittlerweile weltweit große Beachtung in Anti-Desertifikations-Programmen, bei der Umgestaltung von Trockengebieten und im Einsatz zur Stabilisierung von Küstengebieten und Steilhängen.

Es gibt diverse Projekte in Chile, der Mongolei, China und anderen Teilen der Welt die mit Sanddorn versuchen der Trockenheit, Desertifikation und Erosion Herr zu werden.

Das DesertSpring Projekt in Chile ist eines dieser Projekte und versucht landesweit Sanddorn-Pflanzungen zu etablieren, da Chile eines der südamerikanischen Länder ist, das besonders von Trockenheit und Dürre betroffen ist. 70% der chilenischen Bevölkerung leben, laut einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung, in solchen Gebieten.

Die Atacama-Wüste im Norden Chiles ist Sinnbild für die extreme Trockenheit.

Ein ähnlicher Versuch fand durch das Onggi River Movement in der Mongolei am Onggi-Fluss statt und hier zeigten sich auch bereits erste Erfolge. Hier wurden insgesamt ca. 30 Hektar Land mit Sanddornbüschen und Weiden bepflanzt, um den ausgetrockneten Fluß wieder zum fließen zu bringen, der durch intensive Bergbauarbeiten akut bedroht war.

Im Nordwesten Chinas gibt es in einigen Regionen, wie der Inneren Mongolei, weite Areale die mit extremer Sandstein-Erosion zu kämpfen haben.
Hier hat man mit der Pflanzung von Sanddornbüschen Erfolge erzielt und konnte die Bodenstabilität deutlich erhöhen sowie gleichzeitig das Wachstum anderer Pflanzen vor Ort fördern. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie auf Englisch unter folgendem >Link.

Weitere detaillierte Informationen über die Vorteile von Sanddorn finden Sie unter folgendem >Link.

Wo Sanddornbüsche wachsen, hat dies natürlich auch direkte Vorteile für Mensch und Natur.

  • Sanddorn - Gesunde Ernährung für Mensch und Tier:

Das dichte Astwerk hat den Vorteil, dass es als Schutz und Unterschlupf für Vögel und kleinere Nagetiere dient und die Sanddornbeeren stellen eine wichtige Nahrungsquelle im Winter dar.

Für Menschen sind die Sanddornbeeren ebenfalls vorteilhaft, da sie reich an Vitamin-C und ungesättigten Fettsäuren sind. Aus Sanddornbeeren wird eine Vielzahl von Lebensmitteln hergestellt, die von getrockneten Beeren über Säfte und Sirupe bis hin zu Marmeladen und Likören reicht. Sanddornbeeren haben einen sehr angenehmen aber oft auch sauren Geschmack, der mit etwas Zugabe von Süßungsmitteln, wie Honig, noch verfeinert werden kann.

In unserem Onlineshop finden Sie Produkte mit Sanddorn und Hagebutte:

Wildes Heidelbeerpulver

Wildes Heidelbeerpulver

Akazienhonig mit Rosenwasser

Akazienhonig mit Rosenwasser

Blütenhonig mit Sanddorn

Blütenhonig mit Sanddorn

Bio-Sanddorn-Saft

Bio-Sanddorn-Saft


Sanddorn wurde viele Jahre von russischen Kosmonauten zur Unterstützung ihrer Ernährung eingesetzt und in 2008 war Sanddornsaft das offizielle Getränk der chinesischen olympischen Mannschaft.

Das Öl der Sanddornbeere wird außerdem gerne in Kosmetika, wie Cremes und Hautölen eingesetzt.

Der Sanddorn ist also nicht nur ein Superfood für Menschen und Tieren, sondern bietet in vielerlei Hinsicht großen Nutzen für die Umwelt.


Natürlich erfährt der Sanddorn auch künstlerische Aufmerksamkeit, wie in Nina Hagens Hit "Du hast den Farbfilm vergessen", der 1974 veröffentlicht wurde.


Wir kommen nun noch einmal zurück zu den Rosengewächsen und zwar zur Hunds-Rose oder auch Wildrose und ihren Früchten, den Hagebutten.

Die Hagebutte - die Königin unter den einheimischen Superfoods


Die Wildrose ist der Vorfahr unserer heutigen Kulturrosen und wirklich uralt. Sie existiert seit rund 70 Mio. Jahren auf der Erde und hat somit schon die Dinosaurier überlebt.

Während der Strauch dicht und dornig und undurchdringlich wächst, sind ihre Blüten sehr zart und von sehr angenehmen Duft.


Wildrose mit Bienenstöcken
Wildrose mit Bienenstöcken

Hagebutten am Strauch
Hagebutten am Strauch

Hagebutten-Früchte
Hagebutten-Früchte

  • Die Rose - eine antike Nutzpflanze:

Die erste Nutzung von Rosen finden sich in den Aufzeichnungen der alten Mesopotamier und Ägypter wieder. In Mesopotamien, welches heute größtenteils dem Staatsgebiet des Irak und Teilen Syriens entspricht, wurde das erste Schriftsystem der Welt, die Keilschrift, entwickelt. Hierbei wurden Tontafeln und Griffel aus Schilf für ihre „Niederschriften“ genutzt. Eigentlich waren es noch keine Niederschriften, sondern die Zeichen und Symbole wurden in der Regel aus rein wirtschaftlichen Gründen, zum Zwecke der Dokumentation, Inventur und Buchhaltung, in den weichen Ton eingedrückt. Auf einer solchen Tontafel fand sich die erste Abbildung einer Rose wieder.

Der akkadische König Sargon I. brachte die Rosen vermutlich vor fast 5000 Jahren von seinen Raubzügen aus Anatolien, der heutigen Türkei, mit zurück ins Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris.

Von da an fanden Rosen weite Verbreitung und Nutzen in vielen Hochkulturen. Näheres dazu finden Sie unter folgendem >Link.

In Ägypten, im alten Rom, im Chinesischen Kaiserreich, Indien und diversen muslimischen Kulturen, war und ist die Rose immer noch hoch angesehen. Hierbei kam vor allem der medizinische Nutzen in Betracht. So wurden Rosenblüten gerne in der ayurvedischen Heilkunst eingesetzt.
Aber auch in religiösen Zeremonien kam und kommt die Rose zum Einsatz, hier vor allem das Rosenöl und das Rosenwasser.

So wird beispielsweise zweimal im Jahr das Innere der Kaaba, ein würfelförmiger Schrein in Mekka und muslimisches Zentralheiligtum, mit Brunnen- und Rosenwasser ausgewaschen.


Rosenöl und Rosenwasser werden durch Destillation gewonnen. Die ersten bekannten Formen der Destillation datieren zurück auf ca. 3500-3000 v. Chr. und stammen aus dem Indus-Tal im heutigen Pakistan bzw. Mesopotamien. Hier wurde das Pflanzenmaterial, aus welchem ätherisches Öl gewonnen werden sollte, z.B. Rosenblüten, in Wasser ausgekocht, dann abgeseiht und mit Öl in einem Keramikgefäß vermischt. Diese Mischung wurde dann erhitzt und das Destillat, welches sich oben am Gefäß absetzte, wurde aufgefangen. Siehe Grafik.

Heutzutage finden diese Prozesse natürlich im großen industriellen Maßstab statt. Die beiden größten Produzenten für Rosenöl und Rosenwasser sind Bulgarien und die Türkei.


Der wohl bekannteste Pflanzenteil der wilden Rose dürften aber wohl die Hagebutten, die Früchte der Rose, sein.

  • Die Hagebutte - Ein heimisches Superfood mit gesundheitlichem Potential

Wer erinnert sich nicht an seine Kindertage, als man den Inhalt der Hagebutten anderen Menschen als Juckpulver in den Nacken gestreut hat.

Der Name der Hagebutte leitet sich zum einen von den mittelhochdeutschen Worten „hag“ oder „hagen“ ab, was soviel wie Hecke, Gehege und Umzäunung bedeutet, welche in der Regel aus dornigen Sträuchern, wie der Wildrose bestanden. Zum anderen gibt es für den zweiten Teil des Wortes verschiedene Erklärungen. Zum einen kommt das mittelhochdeutsche Wort „butte“, welches für ein rundes oder ovales Gefäß (Bottich) stand. in Betracht.

Zum zweiten kommt noch „butze“ in Frage, was soviel wie Klumpen, Knospe oder Batzen bedeutete.

Die Hagebutte ist in unserer Vorstellung der heimischen Superfoods wohl die potenteste Frucht.

Mit bis zu 60x mehr Vitamin-C als bei Zitrusfrüchten, einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Carotinoiden, Anthocyanen und anderen Flavonoiden ist die Hagebutte ein wahrer Tausendsassa und für den menschlichen Körper ein wahrer Segen.

Es gibt mittlerweile diverse Studien, die mit getrockneten Hagebutten durchgeführt wurden und durchaus positive gesundheitliche Effekte bei Diabetes, hohen Cholesterinwerten, Schmerzprozessen, chronischen Entzündungen, Rheuma und Arthrose nachweisen konnten.

Vor allem bei chronischen Entzündungen und Arthrose ist das Hagebuttenpulver wohl durchaus vielversprechend. Hier konnte in Studien eine signifikante Reduzierung der Schmerzen und der Entzündungen im Körper nachgewiesen werden. Auch die Beweglichkeit der Gelenke verbesserte sich deutlich. Die Teilnehmer verzeichneten somit eine deutliche Steigerung des Wohlbefindens und waren in der Lage die Menge ihrer Schmerzmittel zu reduzieren.

Eine sehr gute Dokumentation zum Thema Rosen und Hagebutten finden Sie >hier.


Um vom Vitamin-C Gehalt und den anderen gesundheitlichen Effekten der Hagebutten profitieren zu können, ist es wichtig auf die Qualität des Hagebutten-Pulvers zu achten. Hier sind besonders die Temperaturen beim Trocknen und Vermahlen wichtig. Sind diese zu hoch, leiden die Inhaltsstoffe der Hagebutten. Wir achten daher besonders auf die schonende Verarbeitung unseres Hagebuttenpulvers.


Hagebutten lassen sich auch ganz wunderbar zu gesunden Lebensmitteln verarbeiten, vor allem zu Hagebutten-Tee, zu Konfitüre und Marmelade. Auf unserer Rezepte-Seite finden Sie natürlich auch hierzu ein leckeres Rezept.
Hagebutten-Marmelade kann man einfach so aufs Brot essen aber aufgrund ihrer Säure passt sie auch gut zu Käse oder anderen würzigen Gerichten.


Dies war der 1. Teil der Vorstellung heimischer Superfoods. Weitere Teile folgen selbstverständlich im Laufe der Zeit.