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Gerstengras? Was ist das und was genau macht man damit? Welche Wirkung hat Gerstengras?

Diese Fragen hört man in Gesprächen immer wieder, denn für die meisten Menschen ist der Begriff Gerstengras, in der Regel, Neuland. Wir beginnen deshalb mit einer Begriffserkärung und führen dann fort mit einer historischen Übersicht. Zum Schluß finden Sie noch Informationen zum gesundheitlichen Nutzen und der Wirkung von Gerstengras.

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Bio-Gerstengras-Presslinge

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Unser Green Trio besteht zu je einem Drittel aus Bio Gerstengras, Bio-Spirulina und Bio-Chlorella.

Gerstengras – Vom Korn bis zur Ernte:


Gerstengras-Feld

Gerstengras-Feld kurz vor der Ernte

Biologisch betrachtet ist Gerstengras die junge Gerstenpflanze vom Stadium der Keimung bis zum sogenannten Schossen, also dem Punkt wo die Pflanze beginnt Ähren auszubilden. In diesem Zeitraum durchläuft die Pflanze verschiedene Wachstumsstufen.

Die Keimung beginnt, nachdem das Korn in die Erde eingebracht wurde, mit dem Ausbrechen der ersten kleinen Wurzeln und nach 6-9 Tage zeigen sich bereits die ersten Keimblätter am Boden.

Die nächsten Stadien sind die Blattentwicklung und die sogenannte Bestockung. Hierbei beginnt sich die Hauptwurzel herauszubilden und Nährstoffe aufzunehmen und die Pflanze setzt, unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung, weitere Blätter an und beginnt mit der Photosynthese. Die Auswirkung der Photosynthese beleuchten wir im folgenden Abschnitt noch näher. :)

Am Ende der Bestockungsphase weist das Gerstengras den höchsten Nährstoffgehalt auf und schmeckt am süßesten. Dies ist der Zeitpunkt an dem das Gerstengras geerntet und sofort schonend getrocknet wird, um alle Nährstoffe, Enzyme und sekundären Pflanzenstoffe zu erhalten. Anschließend erfolgt die Weiterverarbeitung zu Pulver oder Presslingen.


Sie können Gerstengras und Weizengras auch ganz einfach selbst zu Hause anbauen. Wie's geht wird in folgendem Youtube-Tutorial gezeigt.

Gerstengras – Ein kleines Kraftwerk der Natur


Um den hohen Nährstoffgehalt von Gerstengras zu erklären, müssen wir uns noch einmal den, bereits vorher erwähnten, Prozess der Photosynthese und deren Wirkungsweise innerhalb der Planze näher ansehen.

Die Photosynthese ist der Vorgang bei dem die Pflanze Sonnenenergie in Wachstumsenergie umwandelt.
Man kann sich die Gerstengras-Pflanze quasi als ein kleines Solarkraftwerk vorstellen. Das in der Pflanze enthaltene Chlorophyll ist in der Lage die Sonnenenergie zu absorbieren, welche dann genutzt wird, um Wasser und Kohlendioxid aufzuspalten und in Glucose und Sauerstoff umzuwandeln.

Die Glucose wird dann, zusammen mit Stickstoff, Schwefel und verschiedenen Mineralien und Spurenelementen dazu genutzt um Zellulose, Eiweiße und Fette zu bilden, also die Stoffe die das Gerstengras fürs Wachstum benötigt.

Dies erklärt letztendlich warum Gerstengras so nährstoffreich ist. Durch den günstigen Erntezeitpunkt besteht die Pflanze quasi nur aus chloropyhllreichen jungen Blättern und hat noch keine Energie dafür aufgewendet, Substanz anzusetzen die von den Blättern mit versorgt werden muss.

Grafik-Photosynthese

Aber warum gerade Gerstengras?


Gerste (Hordeum vulgare L.) zählt zur Familie der Süßgräser und die erste Kultivierung durch den Menschen hat wohl bereits vor etwa 10.000 Jahren in Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, stattgefunden.

Von da an spielte Gerste in der menschlichen Ernährung eine hervorragende Rolle. Historische Quellen berichten von ihrem Anbau sowohl bei den alten Ägyptern als auch später bei den Sumerern und Babyloniern. Im alten China wurde Gerste bereits vor 5.000 Jahren als heilige Pflanze angesehen.

Die Nutzung von Gerstengras in der heutigen Zeit geht hauptsächlich auf die Forschungen des japanischen Wissenschaftlers und Pharmakologen Dr. Yoshihide Hagiwara zurück. Dieser begann sich für die Wirkung von Getreidegräsern und Gerstengras im Speziellen, zu interessieren, nachdem er auf der japanischen Halbinsel Chita zu Besuch war und dort von einem Bauern erfuhr, dass dieser seine Kühe, statt mit normalen Weidegras, mit Roggengras füttern würde und diese dadurch deutlich länger Milch geben würden.

Er begann daraufhin mit der Forschung an über 200 Grünpflanzen und stellte fest, dass Gerstengras mit einem einzigartigen Nährstoffprofil und einer einzigartigen Nährstoffdichte aufwarten konnte.

Hierbei ist besonders der hohe Eiweisgehalt von 20-25%, welcher sich aus allen 8 essentiellen Aminosäuren zusammensetzt, also genau den Proteinbausteinen, die der Körper nicht selber herstellen kann, erwähnenswert.
Aber auch die nachfolgenden Vitamine, Mineralien und Spurenelementen, die man in Gerstengras-Pulver vorfindet.

Gerstengras - Nährstoffe für alle Lebenslagen oder "Welche Wirkung hat Gerstengras?"


Eisen – oder - Gerstengras ist gut fürs Blut:

Der Körper benötigt Eisen für den Sauerstofftransport im Körper. Somit ist Eisen einer der wichtigsten Stoffe im Körper, denn es hat Einfluss auf den Stoffwechsel, das Immunsystem, das Wachstum und die Regeneration von Haut und Haaren, u.v.m.
In 10g Gerstengras Pulver ist mit fast 4mg Eisen beinahe die Hälfte, des täglichen Bedarfs, von 10mg enthalten.

Mit 10g Gerstengras Pulver decken Sie außerdem den Tagesbedarf an Beta-Carotin und Vitamin K und 50% des vom Körper benötigten Vitamins B2 (Riboflavin).

Beta-Carotin:

Beta-Carotin ist die Vorstufe von Vitamin A und wird im menschlichen Körper für eine Reihe von Prozessen benötigt. Unter anderem für die Regeneration der Nervenzellen, den Eiweiß Stoffwechsel und die Zellregeneration. Es wirkt sich somit auch positiv aufs Immunsystem aus.

Vitamin K:

Vitamin K ist, wie Vitamin A, ein fettlösliches Vitamin und am Blutgerinnungsprozess beteiligt. Es ist außerdem für das Zellwachstum und den Knochenstoffwechsel benötigt. Studien legen außerdem nahe das Vitamin K Gefäßverkalkungen entgegen wirkt.

Vitamin B2 (Riboflavin):

Ist ein wasserlösliches Vitamin und in die meisten Stoffwechselvorgänge involviert.

Außerdem enthält Gerstengras auch noch:

Kalium:

Kalium ist das Nerven- und Muskelmineral. Es hat eine ausgleichende Wirkung auf  den Wasserhaushalt der Zellen, ist verantwortlich für die Reizweiterleitung in den Nerven und steuert die Muskelkontraktion.

Kalzium:

Besonders für den Aufbau der Knochen und Zähne ist eine ausreichende Kalziumversorgung wichtig aber auch für die Muskel- und Stoffwechselfunktion ist Kalzium wichtig.

Zink:

Zink ist für den Körper unentbehrlich und wird für das Immunsystem und den Stoffwechsel benötigt. Es ist außerdem notwendig fürs Zellwachstum und den Aufbau der Erbsubstanz.

Gerstengras ist daher ganz besonders für Vegetarier, Veganer oder Menschen mit erhöhtem Nährstoffbedarf, z.B. vegane Bodybuilder und andere Sportler, geeignet, um ihre Nahrung auf natürliche und gesunde Art und Weise zu ergänzen.

Gerstengras-Presslinge


Gerstengras – gesunder Darm – gesunder Mensch ! -Die Wirkung aufs Verdauungsystem


Nicht nur für aktive Menschen kann Gerstengras eine Bereicherung sein. Auch in Zeiten der Ruhe und Regeneration, sind natürliche, pflanzliche Nahrungsergänzungen, wie Gerstengras, aber zum Beispiel auch Spirulina oder Chlorella, eine willkommene Unterstützung.

Bei vielen Menschen erfreut sich das Heilfasten mittlerweile großer Beliebtheit. Hierbei wird, in der Regel, auf die Aufnahme fester Nahrung komplett verzichtet und stattdessen wird, unter Reduzierung der Kalorienmenge, oft auf flüssige Nahrung wie Säfte, Tees und Brühen zurückgegriffen.
Um dem Körper hierbei die nötigen Nährstoffe zukommen zu lassen verwendet man heutzutage auch gerne Weizen- oder Gerstengrassaft.

Aber nicht nur die Inhaltsstoffe die der Körper aufnimmt sind von Bedeutung , sondern auch die Ballaststoffe, die in Gerstengras-Pulver reichlich vorhanden sind, spielen eine wichtige Rolle. Ballaststoffe sind unverdauliche Kohlenhydrate und regen zum einen Darmtätigkeit an und zum anderen fördern sie den Aufbau einer gesunden Darmflora.

Japanische Studien haben ergeben das sich Gerstengras bzw. gekeimte Gerste aufgrund des hohen Ballaststoffanteils auch positiv auf eine Colitis ulcerosa auswirken kann, da dies die Reparatur der Epithel-Zellen des Darms unterstützt und, wie bereits oben beschrieben, hilft, die Population der gesunden Darm-Bakterien zu erhöhen.


Auch andere gesundheitliche Wirkungen werden mittlerweile erforscht. An der indischen Maharaja Sayajirao Universität wurde in eine Studie zur Wirkung von Gerstengras auf Diabetes mellitus (Typ 2) durchgeführt.

Die Forscher kamen bei dieser Studie zum Ergebnis das Gerstengras Pulver durchaus einen positiven Effekt haben kann, weil sich bei den Probanten, nach Ablauf der Testzeit, das schädliche LDL-Cholesterin gesenkt und die Werte des positiven HDL-Cholesterins erhöht hatten und sowohl die Blutzuckerwerte als auch die HbA1c-Werte (Nutzung zu Bestimmung des Langzeit-Blutzuckers) niederiger waren als zu Beginn der Testphase.

Dies deckt sich mit den Ergebnissen einer taiwanesischen Studie aus dem Jahr 2002, die ebenfalls vermuten lässt das Gerstengras einen positiven Effekt auf die Typ 2 Diabetes hat.

Die selbe Forschergruppe untersuchte außerdem die antioxidative Wirkung von Gerstengras bei Personen mit erhöhten LDL-Cholesterin Werten und kamen zu dem Ergebnis das sowohl die Cholesterin Werte sanken, als auch die, durch LDL-Cholesterin hervorgerufene, Zelloxidation abnahm.

Bitterstoffe und Antioxidantien in Gerstengras:


Gerstengras enthält also nicht nur Makro- und Mikronährstoffe sondern auch andere, zur Gesundheit beitragende, Stoffe.

Die aktuell wohl bekanntesten, in Gerstengras vorkommenden, Antioxidantien, sind die Superoxid-Dismutasen (SOD). Dies ist der Oberbegriff für eine Gruppe verschiedener Enzyme, die in der Lage sind Hyperoxide in Wasserstoffperoxide umzuwandeln, sprich der Zelloxidation entgegen zu wirken.

Desweiteren findet sich in Gerstengraspulver das Flavonoid 2"-O-glycosylisovitexin, kurz 2"-O-GIV, welches einer Studie der Universität von Kalifornien zufolge, eine größere antioxidatorische Wirkung als Vitamin E hat.

Die Unterschiede zwischen Gerstengras-Pulver und Gerstengrassaft-Pulver:

Der größte Unterschied zwischen Gerstengras und Gerstengrassaftpulver besteht im Grunde genommen in der Verabeitung und den daraus resultierenden Inhaltsstoffen.

Während beim Gerstengras der gesamte Halm verarbeitet wird, was zur Folge hat, dass Ballaststoffe enthalten bleiben, wird beim Gerstengrassaftpulver, wie der Name schon vermuten lässt, nur der aus den Halmen gepresste Saft weiterverarbeitet.

Dies stellt den Bauer natürlich vor eine deutlich größere Herausforderung, denn bei dieser Art der Weiterverabeitung ist es besonders wichtig den Zeitablauf zu beachten und die Ware schnell zu verarbeiten, damit die Inhaltsstoffe und damit die positive Wirkung nicht verloren gehen.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Bei sonnigem und trocknenem Wetter, beginnt das frisch geerntete Gerstengras sehr schnell auszutrocknen, da es keine natürliche Schutzschicht, wie z.B eine Orange, hat und ihm auch das nötige Volumen fehlt, welches andere Gemüsearten, wie Möhren oder Tomaten, aufweisen. Darunter leidet natürlich der Ertrag. Außerdem würde bei zu hohen Temperaturen nach der Ernte die Rohkostqualität verloren gehen. Die Ernte sollte in diesem Fall entweder in den frühen Morgen- oder Abendstunden oder gar Nachts stattfinden.

Bei feuchtem oder regennassem Wetter besteht die Gefahr, dass die mikrobiologischen Grenzwerte überschritten werden und die gesamte Ernte nicht mehr verwendbar ist.

Es ist also sowohl bei der Verarbeitung zu Gerstengraspulver als auch zu Gerstengrassaftpulver wichtig, dass die Trockung oder die Pressung umgehend nach der Ernte erfolgen. Dies hat außerdem den Vorteil, dass mehr Inhaltsstoffe enthalten bleiben.

Während beim Gerstengras die Verarbeitung verhältnismäßig einfach ist, denn hier wird nur getrocknet und vermahlen, ist die Verarbeitung zu Gerstengrassaft Pulver schon deutlich aufwändiger und erfordert viel Know-How, da man natürlich ein Produkt erhalten möchte, welches am Ende Rohkostqualität aufweist und lebensmittelrechtlich/analytisch in Ordnung ist.

Bei einer Verarbeitung in Rohkostqualität wird in der Regel von einer Temperatur von nicht mehr als 38-42 Grad ausgegangen.

Als erster Verarbeitungsschritt nach der Ernte folgt beim Gerstengrassaft Pulver die Pressung mit großen Schraubenpressen, welche Sensoren zur ständigen Temperaturüberwachung enthalten und somit jederzeit die Geschwindigkeit und damit den Druck und die Reibung der Presse kontrollieren. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Temperaturen nie den kritischen Wert übersteigen und man einen Direktsaft in Rohkostqualität erhält. Der Gerstengrassaft wird anschließend direkt weiter gekühlt, um sicherzustellen, dass er frisch bleibt.

Der nächste entscheidende Schritt ist die Verarbeitung zu Pulver. Hierfür ist eine schonende Trockung nötig.

Hierfür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: Sprühtrocknung, Vakkuumtrocknung und Gefriertrocknung.

Alle 3 Methoden sind geeignet um die Temperatur beim Trocknen unter dem kritischen Wert von 42 Grad Celsius zu halten. Die Wirkung einer zu heißen Trocknung auf der Gerstengras ist hierbei nicht zu unterschätzen, denn über 42 Grad beginnt die Proteinstruktur zu denaturieren.

In der Regel hat sich für diesen kritischen Bereich aber die Sprühtrockung durchgesetzt, da sie besonders für Flüssigkeiten geeignet ist. Die Gefriertrockung und Vakkuumtrocknung werden in der Regel eher bei Feststoffen, wie Gemüse oder Obst eingesetzt.

Es gibt Anbieter die damit werben, dass bei ihrem Gerstengrassaft Pulver angeblich ein sogennante CO2-Trockung eingesetzt wird. Bei diesem Verfahren handelt es sich um die überkritische Trocknung.
Diese wird allerdings eher bei Feststoffen eingesetzt und spielt außerdem in der Lebensmittelverarbeitung kaum eine Rolle.
Diese Aussage ist also im Bereich Werbeversprechen anzusiedeln und ist eher kein Verfahren, dass tatsächlich angewendet wird, um aus Säften Pulver zu gewinnen.

Wichtig ist letztendlich das die Temperatur unter 42 Grad gehalten wird und die Verarbeitung schnell geschieht, dann bleiben alle wertvollen Inhaltsstoffe, wie Vtamine Enzyme und Proteine erhalten und nehmen auch keinerlei Schaden.

Aus den unterschiedlichen Verarbeitungsschritten ergeben sich, wie man leicht sehen kann, unterschiedliche Endprodukte mit unterschiedlicher Wirkung. Während im Gerstengraspulver die Ballaststoffen einen großen Teil des Pulvers ausmachen, sind im Gerstengrassaft-Pulver so gut wie keine Ballaststoffe mehr enthalten. Dies sollte man bei der Auswahl des Produkts beachten.

Weiterführende Informationen:


Um noch mehr Informationen über die Wirkungen von Gerstengras, dessen Geschichte und wissenschaftliche Bedeutung zu erhalten, empfehlen wir Barbara Simonsohn's Buch „Gerstengrassaft“, welches Sie hier auszugsweise lesen können.

In unserem Blog- und Ratgeberbereich finden Sie creative Rezeptideen und Rezeptvideos rund um Gerstengras.
Chia Brot mit Gerstengras
Bunte Sushi Variationen

Hier finden Sie auch Rezeptvideos.
Smoothie mit Gerstengras Chia und Baobab