Startseite » Gerstengras? Was ist das und was genau macht man damit?

Bienenschwarmmm ist jetzt Aspermühle &

Bienenschwarmmm ist jetzt Aspermühle




Gerstengras? Was ist das und was genau macht man damit?


Diese Frage hört man in Gesprächen immer wieder, denn für die meisten Menschen ist der Begriff Gerstengras, in der Regel, Neuland. Wir beginnen deshalb mit einer Begriffserkärung.


Gerstengras – Vom Korn bis zur Ernte:


Gerstengras-Feld

Gerstengras-Feld kurz vor der Ernte

Biologisch betrachtet ist Gerstengras die junge Gerstenpflanze vom Stadium der Keimung bis zum sogenannten Schossen, also dem Punkt wo die Pflanze beginnt Ähren auszubilden. In diesem Zeitraum durchläuft die Pflanze verschiedene Wachstumsstufen.

Die Keimung beginnt, nachdem das Korn in die Erde eingebracht wurde, mit dem Ausbrechen der ersten kleinen Wurzeln und nach 6-9 Tage zeigen sich bereits die ersten Keimblätter am Boden.

Die nächsten Stadien sind die Blattentwicklung und die sogenannte Bestockung. Hierbei beginnt sich die Hauptwurzel herauszubilden und Nährstoffe aufzunehmen und die Pflanze setzt, unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung, weitere Blätter an und beginnt mit der Photosynthese.

Am Ende der Bestockungsphase weist das Gerstengras den höchsten Nährstoffgehalt auf und schmeckt am süßesten. Dies ist der Zeitpunkt an dem das Gerstengras geerntet und sofort schonend getrocknet wird, um alle Nährstoffe, Enzyme und sekundären Pflanzenstoffe zu erhalten. Anschließend erfolgt die Weiterverarbeitung zu Pulver oder Presslingen.

Sie können Gerstengras und Weizengras auch ganz einfach selbst zu Hause anbauen. Wie's geht wird in folgendem Youtube-Tutorial gezeigt.

 

Gerstengras – Ein kleines Kraftwerk der Natur


Um den hohen Nährstoffgehalt von Gerstengras zu erklären, müssen wir uns noch einmal den, bereits vorher erwähnten, Prozess der Photosynthese näher ansehen.

Die Photosynthese ist der Vorgang bei dem die Pflanze Sonnenenergie in Wachstumsenergie umwandelt.
Man kann sich die Gerstengras-Pflanze quasi als ein kleines Solarkraftwerk vorstellen. Das in der Pflanze enthaltene Chlorophyll ist in der Lage die Sonnenenergie zu absorbieren, welche dann genutzt wird, um Wasser und Kohlendioxid aufzuspalten und in Glucose und Sauerstoff umzuwandeln.

Die Glucose wird dann, zusammen mit Stickstoff, Schwefel und verschiedenen Mineralien und Spurenelementen dazu genutzt um Zellulose, Eiweiße und Fette zu bilden, also die Stoffe die das Gerstengras fürs Wachstum benötigt.

Dies erklärt letztendlich warum Gerstengras so nährstoffreich ist. Durch den günstigen Erntezeitpunkt besteht die Pflanze quasi nur aus chloropyhllreichen jungen Blättern und hat noch keine Energie dafür aufgewendet, Substanz anzusetzen die von den Blättern mit versorgt werden muss.

Grafik-Photosynthese

 

Aber warum gerade Gerstengras?


Gerste (Hordeum vulgare L.) zählt zur Familie der Süßgräser und die erste Kultivierung durch den Menschen hat wohl bereits vor etwa 10.000 Jahren in Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, stattgefunden.

Von da an spielte Gerste in der menschlichen Ernährung eine hervorragende Rolle. Historische Quellen berichten von ihrem Anbau sowohl bei den alten Ägyptern als auch später bei den Sumerern und Babyloniern. Im alten China wurde Gerste bereits vor 5.000 Jahren als heilige Pflanze angesehen.

Die Nutzung von Gerstengras in der heutigen Zeit geht hauptsächlich auf die Forschungen des japanischen Wissenschaftlers und Pharmakologen Dr. Yoshihide Hagiwara zurück. Dieser begann sich für Getreidegräser und Gerstengras im Speziellen, zu interessieren, nachdem er auf der japanischen Halbinsel Chita zu Besuch war und dort von einem Bauern erfuhr, dass dieser seine Kühe, statt mit normalen Weidegras, mit Roggengras füttern würde und diese dadurch deutlich länger Milch geben würden.

Er begann daraufhin mit der Forschung an über 200 Grünpflanzen und stellte fest, dass Gerstengras mit einem einzigartigen Nährstoffprofil und einer einzigartigen Nährstoffdichte aufwarten konnte.

Hierbei ist besonders der hohe Eiweisgehalt von 20-25%, welcher sich aus allen 8 essentiellen Aminosäuren zusammensetzt, also genau den Proteinbausteinen, die der Körper nicht selber herstellen kann, erwähnenswert.
Aber auch die nachfolgenden Vitamine, Mineralien und Spurenelementen, die man in Gerstengras-Pulver vorfindet.

Nährstoffe für alle Lebenslagen!


Eisen – oder - Gerstengras ist gut fürs Blut:

Der Körper benötigt Eisen für den Sauerstofftransport im Körper. Somit ist Eisen einer der wichtigsten Stoffe im Körper, denn es hat Einfluss auf den Stoffwechsel, das Immunsystem, das Wachstum und die Regeneration von Haut und Haaren, u.v.m.
In 10g Gerstengras Pulver ist mit fast 4mg Eisen beinahe die Hälfte, des täglichen Bedarfs, von 10mg enthalten.

Mit 10g Gerstengras Pulver decken Sie außerdem den Tagesbedarf an Beta-Carotin und Vitamin K und 50% des vom Körper benötigten Vitamins B2 (Riboflavin).

Beta-Carotin:

Beta-Carotin ist die Vorstufe von Vitamin A und wird im menschlichen Körper für eine Reihe von Prozessen benötigt. Unter anderem für die Regeneration der Nervenzellen, den Eiweiß Stoffwechsel und die Zellregeneration. Es wirkt sich somit auch positiv aufs Immunsystem aus.

Vitamin K:

Vitamin K ist, wie Vitamin A, ein fettlösliches Vitamin und am Blutgerinnungsprozess beteiligt. Es ist außerdem für das Zellwachstum und den Knochenstoffwechsel benötigt. Studien legen außerdem nahe das Vitamin K Gefäßverkalkungen entgegen wirkt.

Vitamin B2 (Riboflavin):

Ist ein wasserlösliches Vitamin und in die meisten Stoffwechselvorgänge involviert.
 
Außerdem enthält Gerstengras auch noch:

Kalium:

Kalium ist das Nerven- und Muskelmineral. Es reguliert den Wasserhaushalt der Zellen, ist verantwortlich für die Reizweiterleitung in den Nerven und steuert die Muskelkontraktion.

Kalzium:

Besonders für den Aufbau der Knochen und Zähne ist eine ausreichende Kalziumversorgung wichtig aber auch für die Muskel- und Stoffwechselfunktion ist Kalzium wichtig.

Zink:

Zink ist für den Körper unentbehrlich und wird für das Immunsystem und den Stoffwechsel benötigt. Es ist außerdem notwendig fürs Zellwachstum und den Aufbau der Erbsubstanz.

Gerstengras ist daher ganz besonders für Vegetarier, Veganer oder Menschen mit erhöhtem Nährstoffbedarf, z.B. vegane Bodybuilder und andere Sportler, geeignet, um ihre Nahrung auf natürliche und gesunde Art und Weise zu ergänzen.

Gerstengras-Presslinge


Gerstengras – gesunder Darm – gesunder Mensch


Nicht nur für aktive Menschen kann Gerstengras eine Bereicherung sein. Auch in Zeiten der Ruhe und Regeneration, sind natürliche, pflanzliche Nahrungsergänzungen, wie Gerstengras, aber zum Beispiel auch Spirulina oder Chlorella, eine willkommene Unterstützung.

Bei vielen Menschen erfreut sich das Heilfasten mittlerweile großer Beliebtheit. Hierbei wird, in der Regel, auf die Aufnahme fester Nahrung komplett verzichtet und stattdessen wird, unter Reduzierung der Kalorienmenge, oft auf flüssige Nahrung wie Säfte, Tees und Brühen zurückgegriffen.
Um dem Körper hierbei die nötigen Nährstoffe zukommen zu lassen verwendet man heutzutage auch gerne Weizen- oder Gerstengrassaft.

Aber nicht nur die Inhaltsstoffe die der Körper aufnimmt sind von Bedeutung , sondern auch die Ballaststoffe, die in Gerstengras-Pulver reichlich vorhanden sind, spielen eine wichtige Rolle. Ballaststoffe sind unverdauliche Kohlenhydrate und regen zum einen Darmtätigkeit an und zum anderen fördern sie den Aufbau einer gesunden Darmflora.

Japanische Studien haben ergeben das sich Gerstengras bzw. gekeimte Gerste aufgrund des hohen Ballaststoffanteils auch positiv auf eine Colitis ulcerosa auswirken kann, da dies die Reparatur der Epithel-Zellen des Darms unterstützt und, wie bereits oben beschrieben, hilft, die Population der gesunden Darm-Bakterien zu erhöhen.


Auch andere gesundheitliche Wirkungen werden mittlerweile erforscht. An der indischen Maharaja Sayajirao Universität wurde in eine Studie zur Wirkung von Gerstengras auf Diabetes mellitus (Typ 2) durchgeführt.

Die Forscher kamen bei dieser Studie zum Ergebnis das Gerstengras Pulver durchaus einen positiven Effekt haben kann, weil sich bei den Probanten, nach Ablauf der Testzeit, das schädliche LDL-Cholesterin gesenkt und die Werte des positiven HDL-Cholesterins erhöht hatten und sowohl die Blutzuckerwerte als auch die HbA1c-Werte (Nutzung zu Bestimmung des Langzeit-Blutzuckers) niederiger waren als zu Beginn der Testphase.

Dies deckt sich mit den Ergebnissen einer taiwanesischen Studie aus dem Jahr 2002, die ebenfalls vermuten lässt das Gerstengras einen positiven Effekt auf die Typ 2 Diabetes hat.

Die selbe Forschergruppe untersuchte außerdem die antioxidative Wirkung von Gerstengras bei Personen mit erhöhten LDL-Cholesterin Werten und kamen zu dem Ergebnis das sowohl die Cholesterin Werte sanken, als auch die, durch LDL-Cholesterin hervorgerufene, Zelloxidation abnahm.
 

Bitterstoffe und Antioxidantien in Gerstengras:


Gerstengras enthält also nicht nur Makro- und Mikronährstoffe sondern auch andere, zur Gesundheit beitragende, Stoffe.

Die aktuell wohl bekanntesten, in Gerstengras vorkommenden, Antioxidantien, sind die Superoxid-Dismutasen (SOD). Dies ist der Oberbegriff für eine Gruppe verschiedener Enzyme, die in der Lage sind Hyperoxide in Wasserstoffperoxide umzuwandeln, sprich der Zelloxidation entgegen zu wirken.

Desweiteren findet sich in Gerstengraspulver das Flavonoid 2"-O-glycosylisovitexin, kurz 2"-O-GIV, welches einer Studie der Universität von Kalifornien zufolge, eine größere antioxidatorische Wirkung als Vitamin E hat.


Um noch mehr Informationen über die Wirkungen von Gerstengras, dessen Geschichte und wissenschaftliche Bedeutung zu erhalten, empfehlen wir Barbara Simonsohn's Buch „Gerstengrassaft“, welches Sie hier auszugsweise lesen können.

 

Ratgeber